Wie funktioniert CBD?

Wie funktioniert CBD? Eine umfassende Einführung

Obwohl die Wirkungen des Cannabinoids CBD schnell einsetzen können, entwickeln sie sich tatsächlich durch ein komplexes Netzwerk von Zellrezeptoren, das man als Endocannabinoid-System oder endogenes Cannabinoid-System (ECS) bezeichnet. Durch direkte und indirekte Wechselwirkungen mit Rezeptoren im gesamten Gehirn und Nervensystem kann CBD Empfindungen wie Stimmung, Schmerz und Appetit schnell und effektiv beeinflussen.

Alles beginnt mit dem Endocannabinoid-System

Um seine vielfältigen therapeutischen Nutzen für die Gesundheit zu erzielen, muss CBD mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System interagieren. Das ECS verfügt über ein Netzwerk von Rezeptoren, die im gesamten Körper auf Zellmembranen verteilt sind und auch von Mitochondrien und Zellkernen exprimiert werden. Dieses Netzwerk interagiert sowohl mit internen Cannabinoiden (Endocannabinoiden) als auch auch mit externen Cannabinoiden (Phytocannabinoiden), um retrograde synaptische Botschaften auszusenden, durch die physiologische Prozesse beeinflusst werden.

Mit der Zeit haben Forscher herausgefunden, dass das Endocannabinoid-System im Körper für die Aufrechterhaltung der Homöostase von entscheidender Bedeutung ist. Homöostase bezeichnet das Gleichgewicht zwischen zusammenwirkenden Elementen. Ebenso ist das ECS für die Neuromodulation und die Entwicklung des zentralen Nervensystems verantwortlich. Die Zellrezeptoren, aus denen dieses System besteht, befinden sich im Gehirn und im peripheren Nervensystem.

Durch ihre Wechselwirkung mit dem Endocannabinoid-System können Cannabinoide wie CBD die Parameter Stress, Schmerz, Stimmung, Gedächtnis und Appetit beeinflussen. Dies liegt daran, dass sich viele Endocannabinoid-Zellrezeptoren in Teilen des Gehirns befinden, die mit der Kognition, Bewegung und Wahrnehmung in Verbindung stehen. Die Forscher sind zu der Überzeugung gelangt, dass unser Körper für die Interaktion mit Cannabinoiden ausgelegt ist und sie sogar eine Rolle für unser gesamtes Wohlbefinden spielen können.

Im Jahr 1988 entdeckten Forscher das erste Endocannabinoid im Gehirn einer Labormaus. 1993 fand man im Immunsystem weitere Rezeptoren. Zwei Jahre später entdeckte man diese beiden Rezeptorklassen auch beim Menschen und benannte sie als CB1- und CB2-Rezeptoren.

Die Rolle der CB1- und CB2-Rezeptoren

CB1- und CB2-Rezeptoren stellen die Hauptziele der Cannabinoide dar. Durch ihre Wechselwirkung mit diesen Zellrezeptoren können sie ihre Wirkungen auslösen. Alle Cannabinoide interagieren auf spezifische Weise mit diesen beiden Zellrezeptoren, wobei sie entweder direkt wie ein Schlüssel in einem Schloss an sie binden, wie dies bei THC und den CB1-Rezeptoren der Fall ist, oder indirekt auf sie einwirken, wie es sich nach unserem Verständnis mit CBD verhält. Verglichen mit der Wirkweise von THC gestaltet sich die Interaktion von CBD mit dem ECS also vielfältiger und komplexer. Obwohl man die genaue Beziehung von CBD zu den CB1- und CB2-Rezeptoren noch nicht vollends versteht, nimmt man mittlerweile an, dass das Cannabinoid beide Rezeptoren stärker beeinflusst als man ursprünglich dachte.

Wie CBD andere Zellrezeptoren beeinflusst

Im Bereich anderer Zellrezeptoren beginnen wir gerade erst, die spezifischen CBD-Wirkungen besser zu verstehen. Es ist bekannt, dass CBD eine Affinität zum 5-HT-Rezeptor, zum PPAR (Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptor) und zum TRPV-Rezeptor besitzt.

5-Hydroxytryptamin (5-HT)-Rezeptoren, die man auch unter der Bezeichnung Serotoninrezeptoren kennt, sind Protein-gekoppelte Rezeptoren, die man im zentralen und peripheren Nervensystem findet. Die Wechselwirkungen von CBD mit diesen Rezeptoren führen zur Freisetzung von Neurotransmittern wie Serotonin und Glutamin. Man nimmt allgemein an, dass Serotoninmangel bei Depressionen und depressiven Symptomen eine bedeutende Rolle spielt. In einer 2016 veröffentlichten Studie stellte man fest, dass CBD "schnelle und anhaltende antidepressive Wirkungen" hervorruft, die zumindest teilweise auf "signifikant erhöhte Serotonin- und Glutamin-Spiegel" zurückzuführen waren.

Peroxisom-Proliferator-aktivierte Rezeptoren werden direkt durch Cannabinoide aktiviert. In Verbindung mit anderen Rezeptoren spielen PPAR eine Rolle bei den analgetischen, neuroprotektiven, entzündungshemmenden und kardiovaskulären Wirkungen, die durch Cannabinoide wie CBD hervorgerufen werden. Neuere Forschungen legen nahe, dass Cannabinoide durch Fettsäurebindungsproteine zu den PPAR geleitet werden. Ebenso gibt es Hinweise darauf, dass CBD durch seine Wechselwirkungen mit PPAR die Genexpression beeinflussen kann.

Der transiente Rezeptor-Potential-Kationenkanal der Unterfamilie V, Subtyp 1 (TRPV1), der früher Vanilloid Rezeptor 1 genannt wurde, umfasst Zellrezeptoren, die eine wichtige Rolle bei der Schmerz- und Entzündungskontrolle spielen. Eine Tierstudie aus dem Jahr 2015 ergab, dass die Stimulierung von TRPV1-Rezeptoren mit CBD zu einer erhöhten Schmerzschwelle und einer Verringerung von Gelenkentzündung führte. Aufgrund dieser Ergebnisse nimmt man an, dass TRPV1-Rezeptoren bei der Behandlung von Arthritis mit Cannabis besonders wichtig sind.

Zellrezeptoren

Die Rolle von CBD bei der Produktion und beim Abbau von Enzymen

Weitere Untersuchungen zeigen, dass CBD auch eine Rolle bei der Produktion von Anandamid und der Aufrechterhaltung der Endocannabinoid-Spiegel im Körper spielt. Forscher glauben, dass CBD an Fettsäurebindungsproteine (FABP) bindet, was den Zugang von Anandamid zu diesen Transportmolekülen einschränkt und das Cannabinoid somit als eine Art Anandamid-Wiederaufnahmehemmer fungiert. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass CBD das Potenzial besitzt, den Anandamid-Spiegel im Körper für längere Zeit zu erhöhen. Nach Ansicht der Forscher ist hierin einer der Gründe für den aktuellen Trend zu sehen, dass in einigen Ländern CBD für die Behandlung bestimmter Formen kindlicher Epilepsie eingesetzt wird.

Dir physiologische Rolle von CBD

Durch seine Wechselwirkungen mit Zellrezeptoren im Endocannabinoid-System kann CBD schnell und effektiv eine Reihe therapeutischer Nutzen für die Gesundheit bewirken. Rezeptoren im Gehirn und im Nervensystem arbeiten mit Cannabinoiden wie CBD zusammen, um eine Reihe physiologischer Funktionen zu regulieren.

Die Auswirkungen des Cannabinoids können jedoch von Person zu Person variieren. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass seine Auswirkungen breitflächig, indirekt und über ein komplexes Netzwerk von Zellrezeptoren und synaptischer Übermittlung katalysiert werden. Weitere Informationen über den Einstieg in die CBD-Verwendung findest Du in unserem Artikel zur CBD-Dosierung.

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