Könnte CBD ein Antibiotikum sein?

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Die Beziehung zwischen Infektionen und konventionellen Antibiotika

Könnte CBD im Kampf gegen resistente Bakterienstämme nützlich sein? Die Ergebnisse der University of Queensland in Australien legen nahe, dass dies der Fall sein könnte. Bevor wir uns jedoch eingehend mit der Studie befassen, hilft es, die sich evolvierende Beziehung zwischen Bakterien und Antibiotika zu verstehen.

Seit der bahnbrechenden Entdeckung von Penicillin durch Alexander Fleming im Jahr 1928 sind Antibiotika zu einem wesentlichen Instrument im Kampf gegen Bakterien und Infektionen geworden. Während wir auch heute noch die gleichen bewährten Methoden anwenden, haben sich die Bakterien weiterentwickelt. Manche Bakterien, Pilze und Parasiten können sich, wenn Antibiotika ausgesetzt werden, an das Arzneimittel anpassen und seine Wirkung zunichte machen, indem sie eine Resistenz entwickeln.

Es sollte darauf hingewiesen werden, dass eine Resistenz gegen antimikrobielle Mittel sich wahrscheinlich ohnehin entwickelt, da sich der genetische Code von Bakterien im Laufe der Zeit ändert. Es wird jedoch angenommen, dass der übermäßige Gebrauch von Antibiotika ein wesentlicher Faktor ist, der die Entwicklung resistenter Stämme beschleunigt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation stellen Resistenzen gegen Antibiotika “eine zunehmende Bedrohung für die globale öffentliche Gesundheit dar, die Maßnahmen in allen Regierungsbereichen und in der Gesellschaft erfordert”. Dies hat Forscher dazu angetrieben, unkonventionelle Wege einzuschlagen, beim Versuch Verbindungen zu identifizieren, die zur Unterstützung des Kampfs gegen schädliche Bakterien nützlich sein könnten. Eine solche Verbindung, die untersucht wird, ist Cannabidiol (CBD), ein Cannabinoid, das in Cannabis sativa vorkommt.

Forscher suchen nach neuen Wegen, um Infektionen und resistente Bakterien zu bekämpfen

Dr. Mark Blaskovich, Hauptuntersuchungsleiter und Programmkoordinator der Community for Open Antimicrobial Drug Discovery und leitender Forschungsbeauftragter am Institute for Molecular Bioscience der University of Queensland, stellte fest, dass CBD gegen gram-positive Bakterien wirksam sei. Zu den gram-positiven Bakterienstämmen gehören Staphylococcus aureus (kommt häufig bei Hautinfektionen vor) und Streptococcus pneumoniae (kommt häufig bei bakterieller Lungenentzündung vor).

Dr. Blaskovich präsentierte seine Ergebnisse auf einer jährlichen Versammlung der American Society for Microbiology. Man hat In-vitro-Proben beider Arten von gram-positiven Bakterien mit synthetischem CBD behandelt. Die Ergebnisse führten Dr. Blaskovich zu dem Schluss, dass CBD auf einem ähnlichen Niveau wie die verschreibungspflichtigen Antibiotika Vancomycin und Daptomycin wirke. Er fand auch heraus, dass CBD gegen gram-positive Stämme resistenter Bakterien zu wirken scheint, was bei vielen traditionellen Antibiotika allmählich zu scheitern beginnt.

“Insbesondere wurde die Aktivität gegen resistente Stämme von Staphylococcus aureus (MRSA, VISA, VRSA), Streptococcus pneumoniae (MDR) und Enterococcus faecalis (VRE) beibehalten. Cannabidiol war bakterizid, zeigte eine geringe Neigung zur Induktion von Resistenz auf und war gegen MRSA-Biofilme wirksam”.

Das Team führte auch eine weitere Studie mit topisch aufgetragenem CBD durch, um eine Hautinfektion bei Mäusen zu behandeln. Obwohl die Ergebnisse positiv waren, schien CBD die Infektion nicht zu beseitigen, sondern lediglich die Anzahl der Bakterienzellen zu verringern.

Könnte CBD ein Antibiotikum werden?

Während es einfach wäre, diese Forschungsarbeit als einen bedeutenden Durchbruch für die antibakterielle Wirkung von CBD zu loben, ist es noch zu früh, um Penicillin an den Nagel zu hängen.

Obwohl angenommen wird, dass die Wirksamkeit von CBD von der Art und Weise herkommt, wie es den Biofilm um die Bakterienzellen angreift, sind sich die Autoren noch nicht über den Wirkmechanismus von CBD sicher. Sie betonten auch die Lücken in der Studie. Dr. Blaskovich stellte heraus, dass es noch viel zu früh ist, Infektionen mit CBD selbst zu medizieren, da sich die Ergebnisse in einem vorläufigen Stadium befänden.

Die Studie wurde außerdem in vitro (außerhalb des menschlichen Körpers) durchgeführt. Daher besteht also das Risiko, dass wir in klinischen Studien nicht die gleichen Ergebnisse beobachten werden. Mehrere Verbindungen haben eine antibakterielle Wirksamkeit in Petrischalen aufgezeigt, versagten jedoch in diesem entscheidenden Stadium. Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass beide Studien in Zusammenarbeit mit Botanix Pharmaceuticals Ltd. durchgeführt wurden, einem auf topische CBD-Produkte spezialisierten Arzneimittelhersteller.

Dennoch könnte diese Forschungsarbeit einen bedeutenden Fortschritt für CBD und den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen darstellen. CBD zeigt weiterhin ein gutes Sicherheitsprofil und gilt auch in großen Mengen als nicht toxisch. Zum Glück planen Dr. Blaskovich und sein Team, ihre Forschung fortzusetzen und CBD in Tiermodellen mit Infektionen zu testen. Die Hoffnung ist, dass sie identifizieren können, welche Bakterienstämme von CBD reduziert werden könnten, welche es abtöten könnte und wie der genaue Wirkmechanismus funktioniert.

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