Was ist klinischer Endocannabinoid-Mangel?

Last updated:

Veröffentlicht:

Unser Verständnis des Endocannabinoid-Systems (ECS) hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert. Trotz laufender Forschungen zu seiner regulatorischen Rolle und möglichen Wechselwirkungen mit Cannabinoiden bleibt ein Phänomen bislang noch unbeantwortet. Lies weiter und finde heraus, inwiefern ein Mangel an Endocannabinoiden vermutlich ein Grund für mehrere kräftezehrende Krankheiten ist.

Die Rolle des Endocannabinoid-Systems

Das Endocannabinoid-System besteht aus einer Reihe von Rezeptoren, chemischen Verbindungen und Stoffwechselenzymen, die dazu beitragen, unser biologisches System im Gleichgewicht zu halten. Dieser Zustand der Homöostase tritt auf, wenn der Körper und alle seine Funktionen optimal zusammenarbeiten. Das Endocannabinoid-System ist jedoch nicht in der Lage, den optimalen Zustand unseres Körpers über seine natürlichen Grenzen hinaus zu verbessern. Dazu benötigen wir einen zusätzlichen Input. Und hier kommen Cannabinoide ins Spiel.

Die Cannabinoide der Cannabis-sativa-Pflanze (und einer Handvoll anderer Pflanzen) können an Rezeptoren binden, die mit dem ECS verbunden sind. Dabei können vielfältige biologische Wirkungen ausgelöst werden. Zusammen können die Endocannabinoide, die wir intern produzieren, und die Cannabinoide, die wir extern konsumieren, synergetisch genutzt werden, um die Funktionen unseres ECS zu steigern.

Studien haben gezeigt, dass ausreichende Mengen an Endocannabinoiden erforderlich sind, um die regulatorischen Fähigkeiten des ECS aufrechtzuerhalten. Was passiert, wenn diese Mengen sich verkleinern? Dieser Frage ging auch Dr. Ethan Russo nach, ein führender Forscher über das ECS.

Was ist ein klinischer Endocannabinoid-Mangel?

Im Jahr 2004 beschrieb Dr. Russo ein Phänomen, von dem er angenommen hat, dass es zu Migräne, Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom und anderen behandlungsresistenten Erkrankungen beitragen könnte. Es wird angenommen, dass ein klinischer Endocannabinoid-Mangel (Clinical Endocannabinoid Deficiency oder auch CECD) auftritt, wenn Endocannabinoide unter ihr normales Niveau sinken, wodurch Krankheiten entstehen können – Krankheiten, die normalerweise durch die regulierende Kraft des ECS in Schach gehalten würden.

Dr. Russo schlug vor, dass es bei mehreren der oben genannten Krankheiten Ähnlichkeiten hinsichtlich der Mechanismen gibt, die ihren Ausbruch verursachten. Eine der beobachteten Ähnlichkeiten war ein Mangel an Anandamid, einem entscheidenden Endocannabinoid, das eine Rolle bei der Schmerzbewältigung, Lust und Regulierung des Appetits spielt. Die Studie stieß zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung auf erhebliche Skepsis, da unser Verständnis des Endocannabinoid-Systems noch in den Kinderschuhen steckte.

Die möglichen Auswirkungen von CBD auf den klinischen Endocannabinoid-Mangel

Wenn Dr. Russos Theorien endgültig als zutreffend belegt würden, dann wird die Bedeutung der Ergänzung mit Cannabinoiden für die Behandlung der mit klinischem Endocannabinoid-Mangel verbundenen Krankheiten von größter Bedeutung. CBD wäre aufgrund seiner Wechselwirkungen mit dem Endocannabinoid-System unweigerlich ein Spitzenreiter für diejenigen, bei denen ein klinischer Endocannabinoid-Mangel diagnostiziert wurde.

In einer Studie aus dem Jahr 2012 wurde festgestellt, dass CBD die Produktion des FAAH-Enzyms hemmt. Diese Wechselwirkung ist wichtig, da FAAH einen Einfluss auf Anandamid hat. Die Fettsäureamidhydrolase ist verantwortlich für den Abbau von Anandamid und verhindert, dass das Endocannabinoid seine Wirkung beibehält. Wenn wir an einen der zugrunde liegenden Mechanismen von klinischem Endocannabinoid-Mangel zurückdenken, war Anandamid ein Schlüsselfaktor. Daher könnte sich die Fähigkeit von CBD, die FAAH-Produktion zu hemmen und einen höheren Anandamidspiegel zu fördern, als wesentlich für die Verbesserung des klinischen Endocannabinoid-Mangels erweisen.

Die Unterstützung für klinischen Endocannabinoid-Mangel wächst

Das einzige Problem mit den potentiellen Wechselwirkungen zwischen CBD und dem klinischen Endocannabinoid-Mangel ist leider genau das: Die Wirkungen sind lediglich potentiell. Das Phänomen des klinischen Endocannabinoid-Mangels muss noch endgültig belegt werden und ein Zusammenhang zwischen Cannabinoiden und einer Behandlungen wird zu diesem Zeitpunkt erst vermutet. Nach seiner ersten Erforschung des Konzepts hat Dr. Russo eine zweite Arbeit veröffentlicht, um seine Behauptungen zu untermauern.

Die kritische Nachbetrachtung weist erneut Ähnlichkeiten zwischen den Mechanismen von Migräne, Fibromyalgie und Reizdarmsyndrom aus. Abgesehen von Vergleichsstudien, die alle unterschiedliche Variablen aufweisen, gibt es jedoch keine einzige Studie, die sich mit der Identifizierung von klinischem Endocannabinoid-Mangel befasst. Obwohl die Auswirkungen eines klinischen Endocannabinoid-Mangels zu diesem Zeitpunkt nur vermutet werden, sind die Auswirkungen, sofern diese nachgewiesen werden können, bedeutend. Aus diesem Grund setzt Dr. Russo die Erforschung des Konzepts fort und festigt seine Theorien.

Melde Sie sich für unseren Newsletter an und erhalte 10% Rabatt auf eine Bestellung

Welches Produkt brauche ich?