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Ein Gesamtübersicht zu Cannabinoiden

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Cannabinoide in aller Kürze

Auf den ersten Blick ähnelt das Wort "Cannabinoid" auffallend dem Wort "Cannabis". Und das aus gutem Grund: Die Cannabispflanze wimmelt von einer Art Cannabinoid, die Phytocannabinoid genannt wird. Allerdings bezieht sich der Begriff Cannabinoid auf eine Klasse von Chemikalien, die auf Cannabinoid-Rezeptoren einwirken. Cannabinoide kommen jedoch nicht nur in Cannabis vor. Um Dich noch weiter zu verwirren, gibt es basierend darauf, wo sie herstammen, drei verschiedene Arten von Cannabinoiden. Das grundlegende Prinzip von Cannabinoiden kann wie folgt zusammengefasst werden:

Cannabinoide sind chemische Verbindungen. Sie bekamen ihren Namen von der Art, wie sie verschiedene biologische Reaktionen von Cannabinoidrezeptoren beschleunigen. Auch wenn vornehmlich Cannabis für Cannabinoide bekannt ist, kommen sie auch in anderen Pflanzen vor, werden von Tieren und Menschen körpereigen produziert und können in Laboren synthetisiert werden.

Du magst vielleicht überrascht sein, dass Cannabinoide in Säugetieren, Vögeln, Fischen, Reptilien und den guten alten Anthropoiden (das sind wir) vorkommen. Aber man schätzt, dass Cannabinoid-Rezeptoren in diesen Lebewesen seit über 500 Millionen Jahren existieren, also seit etwa der Zeit, als die Evolution den Übergang vom Meer zum Land ermöglichte. Wenn sich die frühesten landbewohnenden Tiere dahingehend entwickelt haben, Cannabinoid-Rezeptoren aufzuweisen, besteht die Möglichkeit, dass sie für ihr Überleben entscheidend waren. Schließlich war das Phanerozoikum (vor 530 Millionen Jahren) ein Zeitraum, in dem das Ethos "Survival of the Fittest" galt.

Es existieren drei Kategorien von Cannabinoiden

Die drei Kategorien von Cannabinoiden sind Endocannabinoide, Phytocannabinoide und synthetische Cannabinoide. Endocannabinoide kommen in Tieren und Menschen vor, Phytocannabinoide in Pflanzen und synthetische Cannabinoide werden künstlich im Labor synthetisiert.

Endocannabinoide

image of abstract human body

Die von unseren Körpern produzierten Endocannabinoide wurden erst 1988 entdeckt. Trotz ihrer nicht lange zurückreichenden Entdeckung wurden seitdem mehrere Endocannabinoide identifiziert. Die zwei herausragendsten uns bekannten sind Anandamid (AEA) und 2-Arachidonylglycerol (2-AG).

Im Wesentlichen löst AEA eine ähnliche biologische Reaktion wie das Phytocannabinoid THC aus und wird während angenehmer Aktivitäten ausgeschüttet. 2-AG ist das Gegenteil und ähnelt in seinen Effekten auf den Körper eher CBD, einem weiteren Phytocannabinoid. Es gibt fünf Endocannabinoide, wobei ein sechstes derzeit erforscht wird. Während sich unser Verständnis von Cannabinoiden und unserem Endocannabinoid-System erweitert, werden wir zweifellos weitreichendere Erkenntnisse erlangen.

Phytocannabinoide

image of cannabis with molecular formula of CBD

Cannabis ist für die Popularisierung von Phytocannabinoiden verantwortlich. Obwohl es diese Art ist, die die höchste Konzentration dieser chemischen Verbindungen enthält, gibt es Hunderte von anderen Pflanzen, die ebenfalls Phytocannabinoide produzieren. Damit die Aufgliederung der Phytocannabinoide verständlicher wird, soll das folgende Bild eine visuelle Darstellung davon vermitteln, wie Cannabinoide entstehen. Wenn Cannabinoide Licht oder Hitze ausgesetzt werden, verändert sich mit der Zeit ihre molekulare Struktur.

Oben beginnend, sehen wir Cannabigerolsäure oder CBGA, das Elternmolekül aller anderen Cannabinoide. Während die Pflanze wächst, wird CBGA zu THCA, CBDA und CBCA umgewandelt. Selbst in ihrer rohesten Form haben diese Cannabinoide trotzdem das Potenzial, eine Reaktion von Cannabinoid-Rezeptoren auszulösen. Jedoch erst wenn sie Wärme ausgesetzt werden, wird die zusätzliche Carboxylgruppe entfernt und die Cannabinoide werden zu vollständig aktiven Verbindungen. Es wird eine neues, konzentrierteres Cannabinoid erschaffen.

In der darauffolgenden Kategorie haben wir THC, CBD, CBC und CBG. THC und CBD sind aufgrund sowohl ihrer Menge als auch ihrer Wirkung auf Cannabinoid-Rezeptoren die am meisten besprochenen Phytocannabinoide. Für Menschen hat THC psychoaktive Nebenwirkungen, wohingegen CBD keine hat. Der Unterschied der Reaktion ist auf die Bindungsaffinität von THC mit CB1-Rezeptoren zurückzuführen, für die CBD als Antagonist bekannt ist.

Synthetische Cannabinoide

image of lab flask

Normale Cannabinoide können selbst in hohen Dosen vom Körper auf natürliche Weise mit keinen anhaltenden Effekten verarbeitet werden. Synthetische Cannabinoide hingegen sind speziell dafür entworfen worden, CB1-Rezeptoren anzuvisieren. Wegen ihrer extrem hohen Konzentration sind im Labor synthetisierte Cannabinoide sehr gefährlich. Die Liste der Nebenwirkungen ist umfangreich und die Auswirkung auf den Körper ist stärker, als er vertragen kann, vor allem wenn die Einnahme wiederholt stattfindet.

Es ist wichtig, zur Kenntnis zu nehmen, dass, obwohl alle Cannabinoide durch die Einwirkung auf unsere Cannabinoid-Rezeptoren funktionieren, Endocannabinoide und Phytocannabinoide sich als Teil der Evolution natürlich entwickelt haben. Synthetische Cannabinoide haben das nicht und sollten gänzlich gemieden werden.

Je nach Thema könnte sich "Cannabinoid" auf jede der drei aufgeführten Kategorien beziehen. Cannabinoide müssen nicht kompliziert oder langweilig sein; sie sind seit Millionen von Jahren Teil der Evolution unseres Endocannabinoid-Systems. Mit einem größeren Forschungsumfang kann die Welt der Cannabinoide und ihrer Rezeptoren eine reichhaltige und lohnende sein.