Kann CBD bei Suchtverhalten helfen?

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CBD, DAS ENDOCANNABINOID-SYSTEM & SUCHT

Das Endocannabinoid-System (ECS) wurde vor knapp 30 Jahren entdeckt und Studien, die sich mit seiner Funktion beschäftigen, befinden sich noch in den Kinderschuhen. Obwohl sich die Situation langsam bessert, hat das Verbot der Cannabispflanze die klinische Forschung ernsthaft verlangsamt und behindert. Cannabis ist die einzige Quelle von Phytocannabinoiden, weshalb es ein frustrierender und verbotener Prozess war und noch ist, das Material für die Studien zu beschaffen.

Klinische Studien zu den Auswirkungen von CBD sind deshalb einfacher, da es aus Nutzhanf gewonnen werden kann. Hanf enthält sehr wenig von der "Schwesterverbindung" THC und wird einfacher ohne große Hysterie angebaut, wie sie oftmals um Marihuana herrscht.

Das Endocannabinoid-System ist für die medizinische Wissenschaft von sehr großem Interesse. Man weiß, dass es ein primäres System bei der Aufrechterhaltung der Homöostase ist. Weiterhin ist bekannt, dass Cannabinoid-Rezeptoren in mehreren Bereichen des Körpers existieren; in Gehirn und Nervensystem, Immunsystem und den glatten Muskeln des Darms befinden sich überall CB1- oder CB2-Rezeptoren.

CB1-Rezeptoren findet man in hohen Konzentrationen im Gehirn und im Nervensystem. Man stellte fest, dass das Endocannabinoid-System in der Hippocampus-Neurogenese und bei der Induktion von synaptischer Depression in Wechselwirkung steht. CB2-Rezeptoren finden sich hingegen mehr im Immunsystem und im Darm. Endocannabinoide sind an der korrekten Immunantwort, Stressreaktion, Appetit- und Thermoregulierung beteiligt.

Es gibt Hinweise darauf, dass CBD auch andere Rezeptoren positiv beeinflussen kann. Serotonin- und G-Protein-Rezeptoren werden ebenfalls durch CBD aktiviert. Diese sind quasi "Wohlfühlverbindungen", die das Wohlbefinden des Menschen positiv beeinflussen. In ähnlicher Weise gibt es Hinweise auf weitere positive Wechselwirkungen in anderen Bereichen des Körpers, in denen keine (bekannten) Cannabinoid-Rezeptoren vorhanden sind.

CBD UND DIE SUCHTBEHANDLUNG

Die CBD-Forschung zum Thema Sucht ist äußerst beschränkt. Die positiven Ergebnisse früherer Studien bedürfen jedoch noch mehr Forschung. Gewichtige Beweise im Rahmen von Nagetierversuchen weisen auf klinische Nutzen bei der Verwendung von CBD im Kampf gegen die Abhängigkeit von einer Reihe unterschiedlicher Substanzen hin.

TABAK

Nikotin ist ein süchtig machendes psychoaktives Stimulans, das in Tabak vorhanden ist. Es ist noch weit mehr, wenn es dem industriellen Prozess ausgesetzt wird, den die heutige Zigarette mit sich bringt. Randomisierte Tests unter Verwendung von freiwilligen Probanden zeigten eine Verringerung des Zigarettenkonsums um 40%, wenn ein sogenannter CBD-Inhalator verwendet wurde. Testpersonen, die einen Placebo-Inhalator verwendeten, verringerten ihren Zigarettenkonsum innerhalb des gleichen Zeitraums jedoch nicht.

Die Enzymmechanismen des Gehirns, die Entzugssymptome von Nikotin abschwächen können, werden vom ECS ebenfalls beeinflusst. Frühe Untersuchungen lassen vermuten, dass diese Mechanismen mitunter von den CB1-Rezeptoren abhängig sind. CBD erleichtert die Produktion von Enzymen, die vielversprechende Mittel bei der Behandlung von Nikotinabhängigkeit beim Menschen sein können.

OPIOIDE

Die Abhängigkeit von Opioiden ist in der westlichen Welt zu einer wahren Geißel geworden und hat in vielen amerikanischen Staaten einen kritischen Punkt erreicht. Weite Teile Europas und Australiens sind mit ähnlichen Epidemien konfrontiert. Viele Menschen, die von Opiat-Schmerzmitteln abhängig sind, wenden sich oft Heroin und anderen Opioiden zu, um ihre Sucht danach zu stillen.

In der komplexen Welt der biologischen Wissenschaften zeigen aktuelle Labortests mit Nagetieren, dass Cannabinoide die Reaktionen des Körpers auf Opiate beeinflussen können. In erster Linie verringern sie die Wirkung von Opiaten auf Gehirnrezeptoren.

Des Weiteren besteht nach dem Entzug eine geringere Neigung rückfällig zu werden. Die motorische Funktionen werden nicht beeinträchtigt und das Opiat-Suchverhalten ist bis zu zwei Wochen gehemmt. Die Nutzen einer Reihe dieser Tests wurden verstärkt, wenn diese mit THC kombiniert wurden.

THC

Es gibt bislang nur wenig Literatur über die Auswirkungen von CBD auf die Abhängigkeit von THC. Es gibt "anekdotische Belege" dafür, dass CBD das Verlangen infolge eines Marihuana-Entzugs lindern können soll. Es gibt auch Einzelberichte, die darauf schließen lassen, dass CBD nach der Entzugsphase Nutzen hätte und Rückfälle verhindert werden könnten.

Marihuana mit hohem CBD-Anteil kann die Effekte von THC verändern. Viele medizinische Patienten verwenden Cannabis mit hohem CBD-Gehalt aus den unterschiedlichsten Gründen. Hauptsächlich aufgrund der therapeutischen Eigenschaften der Verbindung selbst. Außerdem kann CBD den Rausch von THC dämpfen und Nebeneffekte wie beispielsweise Angst reduzieren.

ALKOHOL

Alkohol kann sicherlich ein Genuss sein. Auf lange Sicht gesehen zeigt sich jedoch, dass es wirklich ein Gift ist und eine ganze Reihe von Funktionen des Körpers negativ beeinflusst. Sogenanntes "Koma-Saufen" und Alkoholismus können schwere Auswirkungen auf den Hippocampus und insbesondere den entorhinalen Cortex haben. Die durch übermäßigen Alkoholkonsum verursachten Verhaltens- und kognitiven Beeinträchtigungen, können zur chronischen Rückfallquote von Alkoholikern beitragen.

Es hat sich herausgestellt, dass CBD oxidativen Stress und Glutamat-Toxizität reduziert und es zugleich als Neuroprotektor wirkt. Diese neuroprotektiven Eigenschaften verhindern den Abbau im Hippocampus und entorhinalen Cortex, was im Rahmen von Tierversuchen bei Nagetieren festgestellt werden konnte. Das Verändern des Verhaltens selbst ist der erste Schritt zur Behandlung von Alkoholismus.

In Studien mit menschlichen Probanden testete man CBD, um seine Auswirkungen auf die Alkoholtoxizität erforschen und bewerten zu können. Die Probanden bekamen hierfür Alkohol in sogenannten Doppelblindversuchen. Obwohl das Gefühl betrunken zu sein gleich bleibt, könnten die Schäden am Gehirn reduziert werden.

IM ALLGEMEINEN

CBD übt seine Wirkung auf mehrere Systeme im Körper aus. Es beeinflusst eine Reihe neuronaler Systeme, die im Zusammenhang mit Suchterkrankungen stehen. Es verfügt über entzündungshemmende Eigenschaften und es reduziert oxidativen Stress im gesamten Körper. Bisher wurden keine negativen Nebenwirkungen infolge der Verabreichung von CBD festgestellt.

Cannabidiol – eigentlich alle Cannabinoide – ist eine sichere Verbindung, wenn es von Menschen und Tieren verwendet wird. Dies ist im Rahmen therapeutischer Anwendungen äußerst wichtig. Es ist eine leicht verfügbare Substanz, die eines der Hauptsysteme beeinflusst, die für die Regulierung des menschlichen Körpers zuständig ist.

Studien befassen sich weiterhin mit der Natur des Endocannabinoid-Systems. CBD und die Cannabinoid-Familie scheinen in naher Zukunft eine äußerst wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gesundheit des Menschen zu spielen.


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